Distomo: Gedenkfeierlichkeiten zum 72. Jahrestag des NS-Massakers

Distomo: Gedenkfeierlichkeiten zum 72. Jahrestag des NS-Massakers

Distomo: Gedenkfeierlichkeiten zum 72. Jahrestag des NS-Massakers. Am 10.06.1944 wurden im griechischen Dorf Distomo 218 Dorfbewohner_innen von einer SS-Einheit regelrecht abgeschlachtet.

Deutschland schuldet den Opfern und Überlebenden Entschädigung für die während der Besatzung begangenen NS-Massaker, denen mindestens 30.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

In der Zeit vom 4. bis 12. Juni 2016 wird der AK Distomo nach Griechenland reisen, um für die Entschädigungsforderungen aller griechischen NS-Opfer gegenüber Deutschland einzutreten. Distomo: Gedenkfeierlichkeiten zum 72. Jahrestag des NS-Massakers

In Distomo wurde gemordet, ganze Ortschaften wurden zerstört und tausende von Existenzen vernichtet. Für diese Verbrechen wurde an die Überlebenden und die Angehörigen der Ermordeten bis zum heutigen Tag kein Cent Entschädigung gezahlt. Der AK Distomo wird auch dieses Jahr an den Gedenkfeierlichkeiten zum 72. Jahrestag des Massakers von Distomo teilnehmen. Die Entschädigungssumme von umgerechnet 28 Millionen Euro, die seit dem Urteil des höchsten griechischen Gerichts, dem Areopag, aus dem Jahre 2000 rechtskräftig ist, ist bis zum heutigen Tage von der Bundesrepublik Deutschland nicht beglichen worden.

Der AK Distomo fordert die sofortige Zahlung an die Überlebenden und Angehörigen des Massakers von Distomo.

Deutschland weigert sich auch, Forderungen der Jüdischen Gemeinde Thessaloniki zu erfüllen. Diese erhebt gemeinsam mit der Initiative „Zug der Erinnerung“ die Forderung gegen die Deutsche Bahn AG und ihre Eigentümerin (die Bundesrepublik Deutschland), die von den Opfern erpressten Fahrtkosten für die Massendeportationen aus Griechenland nach Auschwitz und Treblinka in vollem Umfang unverzüglich an die Jüdische Gemeinde von Thessaloniki zurückzuerstatten. Die Deutsche Bahn AG und die deutsche Regierung lehnen auch in diesem Fall jede Verantwortung und jede Haftung ab.

Die deutsche Regierung hat, anstatt die Forderungen der Opfer zu erfüllen, mehrere Institutionen (u.a. das „Deutsch-Griechische Jugendwerk“ und den „Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds“) gegründet, die ein durchschaubares Ziel haben:  mit der Arbeit in diesen Vereinigungen soll gegenüber Funktionsträgern der griechischen Kommunen und der Bevölkerung suggeriert werden, dass Deutschland sich für die deutsch-griechische Völkerfreundschaft einsetzt und dafür viel Geld aufwendet.

Es soll die Botschaft transportiert werden, dass Deutschland sich nach Kräften um die Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen bemühe, es aber mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg für Entschädigungsforderungen aus Griechenland keine Berechtigung mehr gebe. Es ist ein scheinheiliges Engagement, dass in Wirklichkeit dazu dient, sich aus der geschichtlichen und finanziellen Verantwortung zu stehlen, um die Entschädigung auch weiter zu verweigern.

AK Distomo lehnt die oben genannten Initiativen strikt ab und fordert:

Sofortige Entschädigung aller Opfer des Nationalsozialismus!
Nazi-Verbrechen nicht vergeben, den antifaschistischen Widerstand nicht vergessen!
Gemeinsamer Kampf gegen den wiedererstarkenden Faschismus in Europa!

Quelle: AK Distomo, Kontakt: Gabriele Heinecke, 0171 / 191 95 52 / Martin Klingner, 0162 / 169 86 56

Flyer-AK-Distomo-juni-2016-Deutsch

Flyer-AK-Distomo-Juni-2016-Englisch

Für mehr Hintergrundwissen über NS-Verbrechen in Griechenland und Entschädigungsfragen empfehlen wir die nachstehenden Links:

Eberhard Rondholz (Journalist), Albrecht Ritsch (Wirtschaftshistoriker), Karl Heinz Roth (Historiker) 

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1 Kommentar

  1. Es ist schon etwas anderes den Voklkermord der Jungtürken an den Armeniern als solchen zu benennen. Das ist ein Verbrechen mit dem Deutschland scheinbar nichts zum doa hat. Zu Distomo werden Sie sich freiwillig nie bekennen und a koa pfenning zoin.

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