Fabio De Masi: Das perfide Spiel Schäubles und des IWF

Fabio De Masi: Das perfide Spiel Schäubles und des IWF
Fabio De Masi - Foto: Oliver Hansen ( GUE/NGL )

Fabio De Masi: Das perfide Spiel Schäubles und des IWF. Ein Kommentar De Masis zu den Beratungen in der Eurogruppe zum Griechenlandprogramm.

„Griechenland braucht endlich Investitionen und eine Umschuldung, damit kein neues „Rettungsprogramm“ droht.

Doch Bundesfinanzminister Schäuble will die Öffentlichkeit vor den Bundestagswahlen weiter täuschen“, kommentiert der Europaabgeordnete Fabio De Masi (DIE LINKE.) die Beratungen in der Eurogruppe zum Griechenlandprogramm.

Das perfide Spiel Schäubles und des IWF auf dem Rücken der Griechen, die bald ein Jahrzehnt unter der Dauerkrise leiden.

Das Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) sowie der Financial Assistance Working Group des Europäischen Parlaments weiter:

„Weil man also nicht über die wichtigen Themen sprechen darf, streiten sich Eurogruppe und Internationaler Währungsfonds (IWF) über Überschussziele und Kürzungsmaßnahmen über 2018 hinaus.

Die griechische Regierung sitzt dabei in der Zwickmühle: der IWF befürwortet zwar einen Schuldenschnitt, fordert aber dafür noch stärkere Kürzungen. Schäuble hingegen würde Athen den Wunsch erfüllen, ohne IWF weiterzumachen.

Dann müsste man aber ein neues Programm und noch mehr Kürzungen und Privatisierungen verhandeln. Ein perfides Spiel auf dem Rücken der Griechen, die bald ein Jahrzehnt unter der Dauerkrise leiden.

Die Griechenlandrettung war eine Bankenrettung.

Um das zu vertuschen und Griechenland auszuweiden, werden immer neue Kredite auf alte Schulden getürmt. Je länger die Troika in Griechenland wütet, desto länger dauert die Depression.

Wer zu Tode gekürzt wird und kein Einkommen erwirtschaftet, kann auch bei Mini-Zinsen keine Schulden bedienen.

Die Verschleppung einer Umschuldung durch die Bundesregierung wird letztlich die Steuerzahler treffen.“

De Masi abschließend: „Die EU braucht öffentliche Investitionsprogramme, um die Depression zu überwinden.

Die Senkung der Staatsverschuldung erfordert Aufschwung statt Depression, sowie eine EU-weit koordinierte Vermögensabgabe für Millionäre nach dem Vorbild des deutschen Lastenausgleichs.

Die EZB muss öffentliche Investitionen statt Finanzblasen finanzieren, etwa über Garantien an die Europäische Investitionsbank.“

Quelle: Fabio De Masi

Die internationale Presse und der griechische Regierungssprecher Tzanakopoulos bestätigen indirekt die Auffassung de Masis:

„Auf gar keinen Fall werden wir neue bzw. zusätzliche gesetzliche Maßnahmen verabschieden. Das ist etwas, was alle Seiten verstehen, nur der IWF nicht… Der IWF macht weiter mit seiner unklaren Haltung und nimmt eine ambivalente… Haltung ein. Dies führt zu Verzögerungen und verursacht Schaden“

Quelle: Regierungssprecher Tzanakopoulos

„Der Streit… zwischen Europäern und IWF spitzt sich zu. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Überschuss Athen nach dem Jahr 2018 erwirtschaften soll“

Quelle: Süddeutsche Zeitung: „Explosiv oder alarmistisch“

Central to the impasse is the enduring argument among lenders over Athens’ ability to achieve fiscal targets once its latest bailout programme expires in 2018. Without legislation of further pension cuts and tax increases, the IMF does not believe it can attain a primary budget surplus of 3.5%.

Quelle: The Guardian „Greece has three weeks to deal with ‚potentially disastrous‘ debt“

Zu der oben angeführten Thematik ist der nachstehende Artikel sehr zu empfehlen:

Der IWF will die Demokratie in Griechenland abschaffen, um die neoliberale Rendite-Diktatur zu installieren

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